Fragen des sozialen Zusammenhalts werden im Kontext innerstädtischer Verdichtungsforderungen und damit dem Umgang mit baulicher und sozialer Dichte intensiv diskutiert. Tragfähige Nachbarschaftsmodelle gewinnen bei diesen Diskussionen an Relevanz. Mit dem praxisorientierten Forschungsprojekt „Nachbarschaften in genossenschaftlichen Siedlungen als Zusammenspiel von gelebtem Alltag, genossenschaftlichen Strukturen und gebautem Umfeld“ haben wir die Funktionsweisen von Nachbarschaften in genossenschaftlichen Siedlungen untersucht. Anhand qualitativer Fallstudien in vier genossenschaftlichen Siedlungen (ABZ, BEP, HGW und Kalkbreite) wird exemplarisch aufgezeigt, welchen Einfluss gelebter Alltag, Organisationsstruktur und gebautes Umfeld auf tragfähige Nachbarschaften haben. Einem sozialräumlichen Ansatz entsprechend wurde der Fokus auf das Zusammenspiel von gelebtem Alltag, genossenschaftlichen Strukturen (Mitwirkungsmöglichkeiten) und gebautem Umfeld (Architektur und Wohnumfeld-Gestaltung) gelegt.